GoPro HERO3 Black Edition – Der erste und zweite Eindruck

Als GoPro mitte Oktober 2012 die neue Hero3 vorstellte fiel bei mir bereits der Groschen. Ich hatte zwar in den vergangenen zwölf Monaten die Hero2 HD soweit aufgerüstet, dass viele Features der neuen Hero3 vorhanden waren (Dive Case, Wifi BacPac), aber die verbesserte Bildqualität und die Möglichkeit von 50 bzw. 60 Frames bei Full HD ließen sich nicht so einfach nachrüsten. Für ein Upgrade kam natürlich nur die Hero3 in der Black Edition in Frage. Mitte Dezember war es dann soweit und die Hero3 Black Edition sollte die Ge-Filmt Kamerafamilie erweitern.

GoPro Hero 3 Black Edition

 

Die neue Hero3 kommt bereits ab Werk in einem Gehäuse, das auch unter Wasser scharfe Bilder liefert. Eine WiFi Funktion inkl. Remote ist ebenfalls vorhanden. Die restlichen Produktmerkmale lasse ich an dieser Stelle einmal außen vor. Diese lassen sich auch auf der offiziellen Homepage nachlesen.

 

Erste Schritte

In typischer GoPro Manier muss man auch die Hero3 zunächst einem Update unterziehen, bevor man in den Genuss aller versprochenen Features kommen kann. Laut GoPro sollen aber alle aktuell ausgelieferten Hero3 Black Editions über dieses Update verfügen. Da die GoPro Cineform Software die Hero3 noch nicht erkennt, ist man zu einem Update mittels Java Applet im Browser gezwungen. Hier lassen sich dann auch gleich der Name und das Kennwort für das von der Hero3 erstellte Wifi-Netz festlegen. Im Anschluss kann man die Hero3 problemlos mittels der Remote oder der iOS/Android App steuern. Letzteres hat insbesondere den Vorteil, dass man einen direkten Zugriff auf alle Optionen erhält. Und hier sind gegenüber der Hero2 einige Neuerungen vorhanden. So lassen sich neben den zahlreichen Auflösungen und Framerate-Einstellungen auch der neue Burst-Rate Modus oder der “Continuous Shot” Modus einstellen.

Die neuen Auflösungen der Hero 3 Black EditionEinstellungsmenü für die neue Hero3 Black Edition
Der Wechsel funktioniert reibungslos und auch sonst konnte ich während der ersten kürzeren Einsätze keine schwerwiegenden Probleme feststellen. Auf einem Kurzausflug nach Köln kam die GoPro dann zum ersten Einsatz und der 2.7K Modus konnte zeigen was er kann. Auch im Bereich LowLight hat sich das Bild merklich gebessert.

Das erste kurze Video

Bei der Sichtung der Aufnahmen fiel dann auch direkt auf, dass bei einsetzender Dämmerung der ProTune Modus nicht mehr zu gebrauchen ist. In den dunklen Bildanteilen (Shadows) kommt es vermehrt zum Rauschen. Dieser Eindruck sollte ich bei weiteren Testaufnahmen bewahrheiten und es kehrte ein erste Ernüchterung ein.

Die zweiten Schritte – “a cinematic effort”

Dieser Ernüchterung verflog allerdings sehr schnell, als mir der folgende Artikel von Abe Kislevitz unter die Nase kam. Abe Kislevitz, mitverantwortlich bei der Entstehung des Hero3 Launch Videos, fasst mit seinem Artikel “Understanding your new GoPro” alle Bildmodi der Hero3 Black Edition zusammen. Er erklärt kurz wie das Bild vom Sensor gelesen wird und welche Schlussfolgerungen man für das bestmögliche Bild ziehen kann. Ich empfehlen jedem GoPro Hero3 Black Edition Besitzer diesen Artikel zu lesen. Mit dem Wissen aus diesem Artikel zog ich ein weiteres Mal los. Ich wollte wissen, wie gut sich die Hero3 Aufnahmen in einer Farbkorrektur behaupten und wie “cineastisch” das Bild wirken kann. Hierzu montierte ich die GoPro auf meinem kleinen Indieslider und schoss einige Aufnahmen auf einem ehemaligen Zechengelände. Der Artikel von Abe Kislevitz beschreibt insbesondere den 1080p60 Modus mit der Blickwinkeleinstellung “Medium” als einen der Besten. Mit exakt diesem Modus wollte ich also einige Aufnahmen machen. Da die Aufnahmen am Tag enstanden entschied ich mich ProTune zu nutzen (auch um so die höhere Bitrate zu erhalten). Der Weißabgleich, der sich mit in der Hero3 ebenfalls einstellen lässt, setze ich auf “Camera raw” fest. Das folgende Bild zeigt zunächst drei Screenshots aus dem vorhanden Bildmaterial. Es ist bereits Farbkorrigiert und leicht geschärft.

GoPro Hero 3 - cinematic effort

 

 

 

 

 

Hier und da hatte die Cam noch Probleme mit der tiefstehenden Sonne, als ich das Material aber betrachtete war ich begeistert. Es wirkt tatsächlich nicht mehr so
“GoPro-ie” und ich könnte mir vorstellen, dass man dieses Material auch sehr gut mit DSLR Aufnahmen mixen könnte. Der folgende Clip zeigt die bewegten Bilder. Hier sind auch 2 Timelapse-Reihen eingebaut. Dank der neuen 12 MPixel Fotos hat man hier genügend Spielraum um eine Bewegung in der Post zu erzeugen.

Fazit

Die Anschaffung der Hero3 ist insofern lohnenswert, wenn man durch die neuen Auflösungen und Frameraten einen Vorteil erzielt. Dies erfordert natürlich meist eine gewisse  Nachbearbeitung. Man wird aber mit tollen Bildern, die sich auch zu super Zeitlupen verarbeiten lassen, belohnt. Doch wo viel Licht ist, findet sich auch Schatten. Der neue Akku der Hero3 hat eine geringere Kapazität als der, der Hero2. Was sich die GoPro Ingenieure dabei gedacht haben ist mir schleierhaft. Es ist zu vermuten, dass man weitere Akkus oder das Battery BacPac  verkaufen möchte. Mit aktivem WiFi und einer AufLösung von 2.7K hält meine GoPro keine 60 Minuten am Stück mehr durch. Dies ist besonders in feuchten Umgebungen (zum Beispiel beim Tauchen) ein Problem, denn hier kann man häufig nur erschwert einen Akkuwechsel vornehmen. Dennoch ist die Hero3 Black Edition eine der besten Action Cams und die neuen Auflösungen machen verdammt viel Spaß.

Ich hoffe, dass ich im Frühjahr weitere Actionshots aufnehmen kann. Dann kann die Hero3 Black Edition bei besserem Wetter, so hoffe ich, ihre Trümpfe noch besser ausspielen.

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