28 Feb 2014

Magic Lantern Raw – Mein Workflow mit Davinci Resolve

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Wie im letzten Post angekündigt, möchte ich heute meine Arbeitsweise mit den Raw Files aus Magic Lantern vorstellen. Mittlerweile gibt es im Netz unzählige Varianten und Ansätze mit den CinemaDNGs Files, die sich aus den *.raw/*.mlv Dateien von Magic Lantern ergeben, zu arbeiten. Eine der jüngsten Beschreibungen ist die von Brandon Li, welche sehr anschaulich beschreibt wie sich das Material auch “on the road” schnell und effektiv bearbeiten lässt. Mein eigener Arbeitsablauf ist hier vergleichbar.

Die Tools

Ich nutze folgende Tools um mit den Dateien zu arbeiten:

  • Rawmagic aus dem Apple App Store
  • Davinci Resolve Lite
  • einen NLE der Wahl, in meinem Fall meist FCP X

Die Wandlung von *.raw in CinemaDNGs übernimmt dabei Rawmagic. Die grundlegenden Schritte möchte ich hier überspringen und setze für die folgenden Punkte voraus, dass alle Clips bereits als DNG Einzelbildsequenzen vorliegen.

Schritt 1 – Erstellung der ProRes Schnittfiles (Proxies)

Zunächst erstelle ich aus den CinemaDNG Streams ProRes-Videofiles, die ich im Anschluss für den Schnitt nutzen möchte. Nachfolgend sollen zwei Möglichkeiten gezeigt werden, die sich jedoch lediglich in einem letzten Schritt unterscheiden. Zunächst erstellen wir die sog. Proxy Videos, die im Anschluss geschnitten werden können.

Dazu erstellen wir in Resolve ein neues Projekt, welches zuvor über die Projekteinstellungen (rechte Maustaste, Config) an die jeweiligen Raw Files angepasst werden muss. Ich filme meist in 1920×1080 mit 25p. Dementsprechend sehen meine Settings wie folgt aus:

Resolve_Settings

 

 

 

 

 

Wichtig ist dabei der Punkt “Assist using reel names from the:” unter Conform Options. Da wir nach dem Schnitt für das Grading wieder nach Resolve zurückkehren, sollte dieser Punkt angewählt werden. Ich belasse das Muster (Pattern) dabei auf dem Standard. Dann gehe ich links auf Camera Raw und wähle in der oberen Ecke den Punkt “CinemaDNG” an. Es ergeben sich folgende Settings:

CinemaDNG

 

 

 

 

 

Jetzt noch “Apply” klicken und mit dann in das Projekt einsteigen. Zunächst müssen die CinemaDNG Einzelbildsequenzen in den Medienpool gelegt werden. Diese liegen in meinem Fall in einem Projektunterordner, den ich zuvor in Rawmagic für die Umwandlung genutzt habe. Es werden alle Einzelbildsequenzen in den Medienpool gezogen. Brandon Li verweist an dieser Stelle noch auf die Anpassungen, die notwendig sind, wenn man einige Slow Motion Clips im Pool hat.

Medien

 

 

 

 

 

Im Anschluss wechseln wir unten auf den Reiter “Edit” und erstellen eine neue Timeline (Shortcut: Cmd + N). In die Timeline ziehe ich sämtliche Clips. Es besteht in diesem Schritt auch die Möglichkeit die einzelnen Sequenzen zu trimmen und so beim Export Speicherplatz einzusparen.

Der Reiter “Color” zeigt sich nun wie folgt.

Uebersicht

 

 

 

 

 

Es wirkt bereits die Einstellung, welche zuvor im Projektreiter “Camera Raw” definiert wurde. Durch das BMD Profil erhält man einen guten Ausgangspunkt für das Grading. Ich korrigiere an diesem Punkt Weißabgleich und Belichtung. Dies muss Clip basierend geschehen. Dazu müssen die Einstellungen im Camera Raw Reiter (unten links) angepasst werden. Wir wechseln  von “Decode: using Project” auf “Decode: using Clip” und haben nun die Möglichkeit links den Weißabgleich und die Belichtung anzupassen.

CameraRaw

 

 

 

 

 

Da es im flachen BMD Profil schwer fällt den Weißabgleich zu korrigieren, nutze ich temporär die LUT von eoshd.com. Diese kann per rechter Maustaste auf der Node oben rechts direkt angewählt werden.

EOSLut

 

 

 

 

 

Bei einem größeren Projekt erscheint es nicht sehr praktikabel jeden Clip einzeln mit der LUT zu versehen. In diesem Fall lässt sich projektübergreifend eine Output LUT definieren. Hierzu stellt man in den Projekteinstellungen (Zahnrad unten Links) auf dem Reiter “Lookup Tables” die entsprechende LUT ein.

LUTSettings

 

 

 

 

 

Nun zeigt sich ein gesättigtes und korrigiertes Bild, welches sich gut eignet um Belichtung und Weißabgleich einzuschätzen. Das folgende Bild zeigt eine direkte Gegenüberstellung: Links nur das BMD Profil, rechts BMD Profil + EOSHD LUT. Wichtig ist, dass man vor dem letzten Schritt (Rendering) die LUT wieder abwählt, um flache Videos im Schnitt zu nutzen.

vergleich

 

 

 

 

 

Sind alle Einstellungen gemacht können die ProRes Proxies gerendert werden. Dazu wechselt man in den Reiter “Deliver”. Ich rendere die Clips als ProRes 422 HQ Files. Dabei ergeben sich folgende Exportsettings.

Export

 

 

 

 

 

Schritt 2 – Schnitt

Anschließend können die ProRes Files wie gewohnt im NLE der Wahl geschnitten werden. Wichtig ist jedoch, dass der Editor den Export als Final Cut XML unterstützt. Ich selber schneide mittlerweile sehr viel mit Final Cut Pro X. Ist der Schnitt soweit fertiggestellt erlaubt Final Cut Pro X den Export einer Projekt XML. Diese importiere ich im Anschluss wieder in Resolve.

Schritt 3 – Final Grading

Für das finale Grading importiere ich das Projekt mit Hilfe der zuvor exportieren XML wieder in Resolve. Über den Reiter “File/Import XML” wähle ich die entsprechende Datei aus. Im folgenden Fenster ergeben sich dann folgende Settings:

XML

 

 

 

 

Wichtig ist, dass der Punkt “Automatically import source clips into media pool” nicht angewählt ist, da sonst alle Dateien wieder hin und her kopiert werden. Sinn dieses Workflows ist es aber, dass die zuvor genutzten Proxies im Schnitt wieder mit den ursprünglichen CinemaDNG Bildsequenzen verknüpft werden. Hat an dieser Stelle alles funktioniert erhalten wir ein Abbild des Cuts aus Final Cut Pro X in Resolve. Jedoch nutzt Resolve nun nicht mehr die ProRes Dateien, sondern die Raw Files. Jetzt kann das finale Grading schnittbasierend durchgeführt werden.

Alternative zu Schritt 3 – Schnitt und Final Grading direkt in Final Cut Pro X

Brandon Li beschreibt in seinem Post einen Workflow, der keine Rückkehr mehr nach Resolve vorsieht. Weiter oben wurde bereits darauf hingewiesen, dass man die ProRes Files mit dem flachen BMD Profil exportieren sollte. Dies stellt eine sehr gute Grundlage für ein finales Grading direkt in Final Cut Pro X dar. Ich selber habe diesen Workflow bisher nicht genutzt, kann aber sehr gut die Vorteile, vor allem im Hinblick auf die Geschwindigkeit, erkennen. Ein erster Test zeigt, dass sich die ProRes Files mit dem flachen Profil sehr gut graden lassen. Auch die Qualität überzeugt. An dieser Stelle ist es natürlich besonders wichtig, dass man im Vorfeld Belichtung und Weißabgleich korrekt eingestellt hat, da man nicht mehr zu den Raw Files zurückkehrt.

Die beiden Bilder zeigen beispielhaft ein Grading direkt in FCPX.

fcpx_before fcpx_after

 

 

 

 

 

Nachfolgend möchte ich noch einige Beispielvideos aus dem Web zeigen. Diese Werke zeigen sehr gut, was mit dem Raw Modus möglich ist.

 

Magic Lantern – Raw Modul Video Gallery

Coast of Arabia from Brandon Li on Vimeo.

Oh my deer! – 5D Mark III Magic Lantern Raw from Daniel Thurau on Vimeo.

“Ducati Monster” Canon 5D MarkIII – Raw from Marcus Rieger on Vimeo.

The Waters of Greenstone from Nathan Kaso on Vimeo.

 

29 Dec 2013

Magic Lantern Raw Module – Erfahrungen mit der 5D Mark III

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Nun ruhte dieser Blog für eine längere Zeit und dennoch haben durchschnittlich 100 Besucher am Tag den Weg auf diese Seite gefunden. Darüber freue ich mich besonders. Vor allem die GoPro Hero3 Themen wurden häufig geklickt.

Während der ruhigeren Phase konnte ich das im Frühjahr 2013 veröffentlichte Raw Modul von Magic Lantern ausgiebig testen. In der Vorweihnachtszeit hatte ich dann die Gelegenheit zusammen mit einem sehr aufgeschlossenen Kunden ein kurzes Projekt komplett in Raw umzusetzen und so entstand der Weihnachtsclip für Power-Sports-Fitness.

Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen mit dem DNG Format teilen. Es soll weniger darum gehen, wie man das Raw Modul auf der 5D Mark III aktiviert, hierzu gibt es beim Team von Magic Lantern genügend Input.

Grundlegende Vorraussetzung – eine schnelle CF Speicherkarte

Schon gleich nach der Veröffentlichung der ersten Alpha Versionen probierte ich das Raw Modul aus und musste sehr schnell feststellen, dass keine meiner vorhandenen Speicherkarten dem Datenstream auch nur ansatzweise gewachsen war. So verliefen die ersten Tests in 1280×720, dies funktionierte mit den vorhandenen 400/600x CF Karten zufriedenstellend. Für eine Aufnahme in 1080p mit 25 Bildern/Sekunde ist eine 1000x CF Karte zwingend erforderlich – die Kamera schreibt in diesem Modus ca. 90 Mb/s an Daten auf die Karte.

Eine neue Karte musste also her – bei Preisen, die eine aktuelle SSD schon fast günstig erscheinen lassen, fiel am Ende die Entscheidung zugunsten der 64 GB KomputerBay Karte aus. In den Foren liest man über eine große Streuung der Geschwindigkeit, da der Hersteller offenbar Speicherchips unterschiedlicher Hersteller einkauft und verbaut. Insbesondere bei der größeren 128 GB Karte scheint dies zu Problemen zu führen. Die 64 GB Karte jedoch ist seltener betroffen und meine Karte läuft bisher einwandfrei und schreibt die Daten mit über 90 Mb/Sekunde weg.

Das erste Kundenprojekt im Raw Format

In der Vergangenheit durfte ich schon mit der RED Scarlet arbeiten und so die Vorzüge des Raw Formats bei bewegten Bildern genießen. Mit dem Magic Lantern Modul hatte ich nun aber erstmalig die Gelegenheit mit eigenem Equipment ein Projekt im Raw Modus umzusetzen. Der oben erwähnte Weihnachtsclip für die Fitness-Kette aus dem Münsterland war dafür prädestiniert. Der Kontakt kam schließlich aufgrund meines Summer in NRW Clips zustande – ein Projekt, welches ebenfalls in Raw von mir umgesetzt wurde. Der hohe Detailgrad im Bild sowie die Dynamik überzeugten den Kunden, der aufgrund eines hohen Eigeninteresses an Film und Fotografie schon viele Projekte selbst umgesetzt hatte.

Die Arbeit mit dem Magic Lantern Raw Modul am Set

Während der Dreharbeiten im Küchenstudio konnte ich die 5D Mark III wie gewohnt einsetzen. Das Raw Modul wird bei Magic Lantern einzeln aktiviert und alle folgenden Aufnahmen landen dann als DNG Einzelbildstream auf der Speicherkarte. Wichtig ist hier nur, dass man zuvor im Canon Menü die richtige Speicherkarte für die Wiedergabe (welche ja auch jene ist, die für die Videoaufnahme genutzt wird) auswählt. Eine Aufnahme auf die SD Karte ist aufgrund des langsamen SD Karten-Slots nicht möglich.

Raw Modul

Das Bild zeigt das aktive Raw Modul in der Videosection von Magic Lantern. Als zusätzliche Information kann man noch direkt die gewählte Auflösung erkennen. Im Untermenü hat man dann die Möglichkeit weitere Einstellungen vorzunehmen. Im Detail werden diese sehr gut im Magic Lantern Guide erläutert. Bei diesem Projekt wurden sämtliche Aufnahmen in 1920×1080 mit 25 Bildern pro Sekunde auf die Karte geschrieben und dies funktionierte den gesamten Drehtag über ohne größere Probleme. Nachteilig war zum Zeitpunkt des Drehs die eingeschränkte Möglichkeit der Materialsichtung. Hier und da musste ein wenig improvisiert werden und dadurch wollte das Team die Aufnahmen direkt überprüfen. Dies war mit dem eingebauten Wiedergabemodul nur in Schwarz/Schweiß möglich, von einer flüssigen Wiedergabe ganz zu schweigen. In der Zwischenzeit hat das Magic Lantern Team das MLV Wiedergabemodul entwickelt, welches eine etwas bessere Wiedergabe (auch in Farbe) ermöglicht. Hier haben Kameras wie die REDs selbstverständlich die Nase vorn, wurden sie vom Start weg ja für diese Art der Arbeit entwickelt.

Dennoch konnten wir an diesem Drehtag knapp 165 GB an Material auf die Platte bannen – dies entspricht ca. 35-40 Minuten Rohmaterial. Abstürze oder Ähnliches gab es nicht zu verzeichnen – das Raw Modul lief sehr stabil.

Der Workflow mit dem Magic Lantern Raw Format

Anders als gewohnt, lassen sich die von Magic Lantern erzeugten *.Raw Dateien nicht direkt schneiden. Sie erfordern zunächst die Umwandlung in einen *.DNG Einzelbildstream. Dies fand mit Hilfe von RAWMagic aus dem Apple App Store statt. Alle gefilmten Clips lassen sich direkt in das Tool einfügen und die Stapelverarbeitung erzeugt DNG Dateien auf der Platte. Dieser Schritt dauert, je nach Anzahl und Länge der Files, eine gewisse Zeit. Die Abbildung zeigt RAWMagic mit den eingeladenen Dateien.

RAWMagic im Einsatz

 

 

 

 

 

Die erzeugten DNG Files lassen sich nun auf unterschiedliche Arten bearbeiten und schneiden. Für dieses Projekt entschied ich mich für einen Workflow mit After Effects und Premiere – ein weiteren Ansatz mit Davinci Resolve werde ich in einem Folgepost erläutern.  Fügt man die DNG Dateien in After Effects als Einzelbildsequenz hinzu öffnet sich das Adobe Camera Raw Modul – für jemanden, der wie ich auch viel mit Lightroom arbeitet, ist dieses Modul direkt vertraut. Die Einzelbildsequenz bietet sämtliche Vorzüge, die man von der Raw Fotografie kennt: Weißabgleich, hohe Dynamik, eine Schärfe, die dem h.264 Material absolut überlegen ist etc.

Adobe Raw Modul

Beispielhaft zeigt das Bild einen DNG Raw Stream im Adobe Camera Raw Modul von After Effects. Ich entschied mich dazu, sämtliche Clips zunächst neutral zu korrigieren, so dass ein einheitlicher Gesamtlook entstand. Die Belichtung und Bilddynamik habe ich ebenfalls angepasst. Im Anschluß wurden alle Clips aus After Effects in das ProRes 4444 Format gerendert. Dieser Vorgang ist der zeitintensivste bei der Vorbereitung, so hat das Rendering fast einen gesamten Arbeitstag verschlungen. Die neutralen ProRes 4444 Files eignen sich dann aber bestens für den Schnitt in Premiere. Am Projektende erhielt der Clip dann das finale warme Grading direkt auf die ProRes 4444 Dateien. Ich entschied mich mit diesem Workflow gegen eine Proxy Variante und renderte somit das finale Video aus den ProRes Dateien.

Power_Sports_Thumbnails

Die Thumbnail-Übersicht entstand noch in After Effects und erlaubt eine gute Kontrolle der Farbtemperaturen aller Clips. So konnte ich einen einheitlichen Ausgangslook sicherstellen.

 

 

 

Der Unterschied – oder wann lohnt sich das Raw Format?

Wie eingangs bereits erwähnt war der Kunde von dem Detailreichtum der Summer in NRW Aufnahmen begeistert. Die Aufnahmen mit dem Raw Modul zeichnen sich nicht nur durch eine höhere Dynamik aus, sie sind vor allem eins: viel schärfer als das h.264 Material. Dies kommt insbesondere bei landschaftlichen Totalen toll zur Geltung. Aber auch bei allen anderen Aufnahmen lässt sich der höhere Detailreichtum schnell erkennen. Man sollte sich jedoch der höheren Datenmenge und dem aufwendigeren Workflow bewusst sein. Für Clips, die unter Zeitdruck entstehen müssen oder bei denen viel Material zusammenkommt (zum Beispiel bei dem Filmen eines Events oder einer Hochzeit) würde ich nicht zum Raw Modus greifen. Dieser eignet sich besser beim szenischen Filmen von kleineren Spots oder Clips. Insgesamt ist es aber eine tolle Sache dieses Format nun immer “bei sich zu tragen” und im Zweifelsfall darauf zugreifen zu können. Im Folgenden stelle ich zum eigenen Test einen Szenenvergleich zur Verfügung. Beide Videoclips sind unbearbeitet und dienen dem Qualitätsvergleich von h.264 (im IBP Format) sowie einem DNG Raw Stream.

Qualitätsvergleich H.264 und Magic Lantern Raw

Gefilmt mit der Canon 5D Mark III – ISO 200 1/50 f5.0 – Canon 40 mm 2.8 STM

Auffällig ist bei dieser Aufnahme der erweiterte dynamische Umfang, der sich vor allem im rechten oberen Bereich beim Himmel zeigt. Die Raw Aufnahme offenbart ein wesentlich besseres Bild, während die h.264 Aufnahme bei der leicht unterbelichteten Katze schon im Himmel “ausreißt”.

Raw vs. h264.

 

 

 

 

 

Downloadlinks (rechtsklick – Ziel Speichern unter)

Original h.264 Datei

Raw Stream

26 Feb 2013

Gearbox DSLR Cage – Ein Review

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Schon seit geraumer Zeit bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit die Kamera auf eine leichte und praktische Art mobil transportieren zu können ohne dabei auf meinen Follow Focus (und wenn nötig auf ein Mikrofon und einen externen Monitor) verzichten zu müssen. Ich wagte erste Gehversuche indem ich mein Schulter-Rig leicht modifizierte, um es so als Handheld Rig nutzen zu können. Dies funktionierte schon recht gut (Handheld Test auf Vimeo), war aber auch mit einigen Nachteilen verbunden. So war die Balance nicht optimal und da ich den Blitzschuh der Kamera für den Monitor genutzt hatte, hätte ich das Mikrofon nicht mehr nutzen können. Möchte man die Kamera auch für Fotos einsetzen, so hätte man den Monitor erst demontieren müssen. All dies ist kein Weltuntergang, geht aber auch viel praktischer, dachte ich mir. Ich schaute mich also nach einem vermeintlich gutem und günstigem Käfig um, der meine Anforderungen erfüllt. Hier kommt der Gearbox DSLR Cage in’s Spiel. Er bietet die Möglichkeit unterschiedliches Zubehör zu montieren. Dabei soll er noch gut transportabel sein. Ich habe ihn mir genauer angeschaut und einen ersten Feldtest gemacht.

Der erste Eindruck

Der Gearbox DSLR Cage kommt nahezu “ready to use” bei seinem Besitzer an. Lediglich die 15 mm Rods müssen noch mit 4 Imbusschrauben montiert werden. Passendes Werkzeug liegt im Paket bei. Insgesamt erhält der Besteller folgende Einzelteile, wenn er den Käfig komplett demontiert.

  • Obere und untere Platte mit Bohrungen zur Zubehörmontage
  • 2 x Handgriffe aus Kunststoff
  • 2 x Adapter zur Erweiterung des Käfigs
  • 2 x 15 mm Rohre
  • Die Adapterplatte für die 15 mm Rohre

Gearbox DSLR Cage in Einzelteilen

Es fällt direkt auf, dass alle Teile aus sauber gearbeitetem Metall bestehen und einen sehr robusten Eindruck machen. Lediglich die beiden Handgriffe sind aus leicht angerautem Kunststoff. Mag dies auf den ersten Blick ein Schwachpunkt sein, merkt man bei der ersten Berührung direkt, dass die Griffe gut in der Hand liegen, sie nahezu schmeicheln. Im Vergleich zu meinem Hangrip Schulter Rig wirkt der Rod Adapter sogar noch eine Spur wertiger/massiver. Insgesamt fühlt sich der DSLR Cage sehr ausbalanciert an. Es gibt keinerlei Spiel bei den Verschraubungen und alles passt sehr gut zusammen.

 

Im Feldeinsatz

Der Gearbox DSLR Cage verfügt auf der Oberseite über 14 1/4 Zoll Gewindebohrungen und 9 Löcher ohne Gewinde. Hier lassen sich unterschiedlichste Kombinationen an Zubehör montieren und nutzen. Für meine Zwecke ist dies mehr als ausreichend. Wer mehr Zubehör genötigt, kann auch noch die Rods als Halter nutzen. Fraglich ist jedoch, ob man ab einem gewissen Punkt nicht wieder zuviel mit sich trägt. Ich selbst habe meinen Follow Focus, das Rode Video Mic sowie meinen kleinen LCD Screen für einen ersten Test montiert. Auch mit diesem montierten Zubehör lässt sich das Käfig noch gut in der Hand halten und so für “handheld-Aufnahmen” nutzen. Die obere Seite des Käfigs hat 2 Aussparungen, die es ermöglichen sollen das Wahlrad und Display der Kamera auch von oben einzusehen. Wie auf dem Bild in der Gallery weiter unten zu erkennen ist, sind die Aussparungen mit montiertem Zubehör verdeckt. Dies spielt aber keine Rolle, da auch so das Display und Wahlrad der Kamera sehr gut einzusehen sind. Toll ist auch, dass die Kamera nicht zu beengt im Käfig sitzt: Sowohl der Zugriff auf die Speicherkarten, als auch auf das Akkufach ist im montierten Zustand ohne weiteres möglich. Für mich ein wichtiges Kriterium, da sich im im Feldeinsatz so schnell der Akku und/oder die Speicherkarten wechseln lassen.

Obere Platte

Die Kamera wird im Käfig mittels eines großen roten Drehrads befestigt. Dies funktioniert erstaunlich gut. Für noch mehr Flexibilität sollte man hier aber eine Schnellwechselplatte montieren. Aufgrund der großzügigen Abmaße ist dies problemlos möglich. Das rote Drehrad lässt sich zusätzlich noch ein wenig in der Tiefe verstellen, so dass man beispielsweise auch mit kürzeren Festbrenntweiten den Follow Focus nutzen kann. Auf der Unterseite befinden sich zudem drei weitere 1/4 Zoll Bohrungen. Hier kann also eine Stativplatte ohne ähnliches montiert werden.

Bohrungen auf der Unterseite Befestigungsschraube für die Kamera

 

 

 

 

 

 

Das folgende Video zeigt einige bewegte Eindrücke des Käfigs. Weitere Bilder findet ihr am Ende des Artikels.

Fazit

DSLR Cage inkl. ZubehörFür einen Preis von etwa 110 Euro (inkl. Versand) bietet der Gearbox DSLR Cage ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und der Käfig funktioniert auch im Handheld Einsatz wunderbar. Trägt man die Kamera mit beiden Händen lassen sich auch mit Festbrennweiten wie der 50 mm 1.8, die keinen IS besitzen, Bilder erzeugen, die beim Betrachten nicht direkt Kopfschmerzen verursachen. Die Montagemöglichkeiten für Zubehör sind in meinen Augen mehr als ausreichend. Bestellt habe ich den Käfig bei PhotographyandCinema.com. Insgesamt kann ich also eine klare Empfehlung aussprechen.

Gallery

23 Jan 2013

GoPro HERO3 Black Edition – Der erste und zweite Eindruck

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Als GoPro mitte Oktober 2012 die neue Hero3 vorstellte fiel bei mir bereits der Groschen. Ich hatte zwar in den vergangenen zwölf Monaten die Hero2 HD soweit aufgerüstet, dass viele Features der neuen Hero3 vorhanden waren (Dive Case, Wifi BacPac), aber die verbesserte Bildqualität und die Möglichkeit von 50 bzw. 60 Frames bei Full HD ließen sich nicht so einfach nachrüsten. Für ein Upgrade kam natürlich nur die Hero3 in der Black Edition in Frage. Mitte Dezember war es dann soweit und die Hero3 Black Edition sollte die Ge-Filmt Kamerafamilie erweitern.

GoPro Hero 3 Black Edition

 

Die neue Hero3 kommt bereits ab Werk in einem Gehäuse, das auch unter Wasser scharfe Bilder liefert. Eine WiFi Funktion inkl. Remote ist ebenfalls vorhanden. Die restlichen Produktmerkmale lasse ich an dieser Stelle einmal außen vor. Diese lassen sich auch auf der offiziellen Homepage nachlesen.

 

Erste Schritte

In typischer GoPro Manier muss man auch die Hero3 zunächst einem Update unterziehen, bevor man in den Genuss aller versprochenen Features kommen kann. Laut GoPro sollen aber alle aktuell ausgelieferten Hero3 Black Editions über dieses Update verfügen. Da die GoPro Cineform Software die Hero3 noch nicht erkennt, ist man zu einem Update mittels Java Applet im Browser gezwungen. Hier lassen sich dann auch gleich der Name und das Kennwort für das von der Hero3 erstellte Wifi-Netz festlegen. Im Anschluss kann man die Hero3 problemlos mittels der Remote oder der iOS/Android App steuern. Letzteres hat insbesondere den Vorteil, dass man einen direkten Zugriff auf alle Optionen erhält. Und hier sind gegenüber der Hero2 einige Neuerungen vorhanden. So lassen sich neben den zahlreichen Auflösungen und Framerate-Einstellungen auch der neue Burst-Rate Modus oder der “Continuous Shot” Modus einstellen.

Die neuen Auflösungen der Hero 3 Black EditionEinstellungsmenü für die neue Hero3 Black Edition
Der Wechsel funktioniert reibungslos und auch sonst konnte ich während der ersten kürzeren Einsätze keine schwerwiegenden Probleme feststellen. Auf einem Kurzausflug nach Köln kam die GoPro dann zum ersten Einsatz und der 2.7K Modus konnte zeigen was er kann. Auch im Bereich LowLight hat sich das Bild merklich gebessert.

Das erste kurze Video

Bei der Sichtung der Aufnahmen fiel dann auch direkt auf, dass bei einsetzender Dämmerung der ProTune Modus nicht mehr zu gebrauchen ist. In den dunklen Bildanteilen (Shadows) kommt es vermehrt zum Rauschen. Dieser Eindruck sollte ich bei weiteren Testaufnahmen bewahrheiten und es kehrte ein erste Ernüchterung ein.

Die zweiten Schritte – “a cinematic effort”

Dieser Ernüchterung verflog allerdings sehr schnell, als mir der folgende Artikel von Abe Kislevitz unter die Nase kam. Abe Kislevitz, mitverantwortlich bei der Entstehung des Hero3 Launch Videos, fasst mit seinem Artikel “Understanding your new GoPro” alle Bildmodi der Hero3 Black Edition zusammen. Er erklärt kurz wie das Bild vom Sensor gelesen wird und welche Schlussfolgerungen man für das bestmögliche Bild ziehen kann. Ich empfehlen jedem GoPro Hero3 Black Edition Besitzer diesen Artikel zu lesen. Mit dem Wissen aus diesem Artikel zog ich ein weiteres Mal los. Ich wollte wissen, wie gut sich die Hero3 Aufnahmen in einer Farbkorrektur behaupten und wie “cineastisch” das Bild wirken kann. Hierzu montierte ich die GoPro auf meinem kleinen Indieslider und schoss einige Aufnahmen auf einem ehemaligen Zechengelände. Der Artikel von Abe Kislevitz beschreibt insbesondere den 1080p60 Modus mit der Blickwinkeleinstellung “Medium” als einen der Besten. Mit exakt diesem Modus wollte ich also einige Aufnahmen machen. Da die Aufnahmen am Tag enstanden entschied ich mich ProTune zu nutzen (auch um so die höhere Bitrate zu erhalten). Der Weißabgleich, der sich mit in der Hero3 ebenfalls einstellen lässt, setze ich auf “Camera raw” fest. Das folgende Bild zeigt zunächst drei Screenshots aus dem vorhanden Bildmaterial. Es ist bereits Farbkorrigiert und leicht geschärft.

GoPro Hero 3 - cinematic effort

 

 

 

 

 

Hier und da hatte die Cam noch Probleme mit der tiefstehenden Sonne, als ich das Material aber betrachtete war ich begeistert. Es wirkt tatsächlich nicht mehr so
“GoPro-ie” und ich könnte mir vorstellen, dass man dieses Material auch sehr gut mit DSLR Aufnahmen mixen könnte. Der folgende Clip zeigt die bewegten Bilder. Hier sind auch 2 Timelapse-Reihen eingebaut. Dank der neuen 12 MPixel Fotos hat man hier genügend Spielraum um eine Bewegung in der Post zu erzeugen.

Fazit

Die Anschaffung der Hero3 ist insofern lohnenswert, wenn man durch die neuen Auflösungen und Frameraten einen Vorteil erzielt. Dies erfordert natürlich meist eine gewisse  Nachbearbeitung. Man wird aber mit tollen Bildern, die sich auch zu super Zeitlupen verarbeiten lassen, belohnt. Doch wo viel Licht ist, findet sich auch Schatten. Der neue Akku der Hero3 hat eine geringere Kapazität als der, der Hero2. Was sich die GoPro Ingenieure dabei gedacht haben ist mir schleierhaft. Es ist zu vermuten, dass man weitere Akkus oder das Battery BacPac  verkaufen möchte. Mit aktivem WiFi und einer AufLösung von 2.7K hält meine GoPro keine 60 Minuten am Stück mehr durch. Dies ist besonders in feuchten Umgebungen (zum Beispiel beim Tauchen) ein Problem, denn hier kann man häufig nur erschwert einen Akkuwechsel vornehmen. Dennoch ist die Hero3 Black Edition eine der besten Action Cams und die neuen Auflösungen machen verdammt viel Spaß.

Ich hoffe, dass ich im Frühjahr weitere Actionshots aufnehmen kann. Dann kann die Hero3 Black Edition bei besserem Wetter, so hoffe ich, ihre Trümpfe noch besser ausspielen.

20 Oct 2012

GoPro WiFi App – Ein Erfahrungsbericht

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Nachdem ich bereits im Juni einen ersten Erfahrungsbericht zum GoPro WiFi BacPac verfasst habe, folgt nun ein erster Eindruck der WiFi App. Diese wurde in der letzten Woche veröffentlicht und kommt mit der Neuankündigung zur GoPro Hero 3, die standardmäßig über integriertes WiFi verfügt.

Die App wurde zunächst mit dem WiFi BacPac angekündigt, hat sich im Laufe der Zeit aber immer wieder verschoben. Nun ist die App kostenfrei im App Store zu haben. Meine Erfahrungen beruhen auf der iOS Version für iPad und iPhone.

Die ersten Schritte

Bevor man die ersten Schritte mit der App gehen kann, steht ein Update aller Komponenten (GoPro, WiFi BacPac und WiFi Remote) ins Haus. Mit Hilfe des neuen GoPro Cineform Studios lassen sich die Updates problemlos herunterladen und auf die Cam spielen. Dieser bringt den bereits im April dieses Jahres angekündigten GoPro ProTune Modus für die HD Hero 2. Hiermit ist es nun möglich im 24 fps Modus bei 35 Mbit/s zu filmen. Dabei sorgt ein neutrales Farbprofil und eine Log-Kurve im Technicolor CineStyle für ein “flacheres” Bild, welches sich besser mit Material anderer Kameras (zum Beispiel von DSLRs) im Schnitt mischen lässt. Die erhöhte Bitrate soll zudem für weniger Artefaktbildung sorgen. Ich selbst hatte bisher noch keine Gelegenheit die GoPro in entsprechenden Situationen zu testen. Ein erster Eindruck vermittelt aber ein durchaus “flacheres” Bild, dass subjektiv etwas knackiger wirkt.

Ist das Update vollzogen, kann sowohl ein Name als auch ein Kennwort für das WiFi Netz der GoPro vergeben werden. Mit diesem Netz kann das entsprechende iOS Gerät verbunden werden und die App verbindet sich mit der Kamera.

 

Die ersten Gehversuche

Hat man die App und Cam verbunden wird man von einem kleinen Startbildschirm begrüßt. Neben einer ersten kleinen Livepreview hat man hier die Möglichkeit direkt eine Aufnahme zu starten und Einstellungen an der Cam vorzunehmen. Darüber hinaus wird der aktuelle Akkustatus angezeigt. Das erste kleinere Manko wird an dieser Stelle auch direkt ersichtlich: Die Vorschau ist in etwa 3-4 Sekunden zeitverzögert. Somit hat man nun die einmalige Möglichkeit sich selbst zu filmen und das Bild im Anschluss zu kontrollieren. Für die richtige Ausrichtung der Kamera hingegen ist dies eine tolle Sache, da man das Handy in der Regel meist zur Hand hat und so den Bildausschnitt kontrollieren kann. Startet man die Aufnahme bleibt die Preview weiter aktiv. An der Zeitverzögerung ändert sich auch nichts. Lediglich im bereits erwähnten ProTune Modus steht die Livepreview nicht während einer laufenden Aufnahme zur Verfügung.

 

In den Einstellungen der App kann man nun sehr komfortabel zwischen den einzelnen Modi wechseln. Dies passiert auch ohne Zeitverzögerung und kann als “instant” bezeichnet werden. Eine “Locate Camera” Funktion lässt die angewählte GoPro einen Piep-Ton von sich geben. Ich vermute dieses Feature ist in Zukunft hilfreich, wenn es auch möglich sein soll mit der App mehrere GoPros zu steuern. Neben dem Modiwechsel lassen sich aber auch alle weiteren Einstellungen der Kamera komfortabel ändern und steuern. Dies ist ein echter Zugewinn, da ich besonders das Ändern der Einstellungen direkt an der Kamera als etwas “umständlich” empfinde. Mit Hilfe der App liegt jede Einstellung nur einen Fingerklick entfernt. Die folgenden Bilder zeigen die möglichen Einstellungen. Hier lässt sich auch direkt der verbleibende und bereits genutzt Speicherplatz ablesen.

 

 

 

 

 

Was bringt die App an Mehrwert?

Mit der aktuellen Version bringt die App bereits erste tolle Features mit sich. Trotz der Zeitverzögerung empfinde ich die Livepreview als echten Zugewinn. Hat man die Cam zum Beispiel außen am Auto befestigt, kann man auch im Innenraum das Bild kontrollieren und überwachen; selbstverständlich nur als Beifahrer. Auch für die korrekte Ausrichtung der Cam ist die leichte Zeitverzögerung nicht entscheidend. Dies funktioniert bereits heute sehr gut. Desweiteren gefällt mir der Modiwechsel und die einfachere Einstellung der Kamera.

Aus dem Bekanntenkreis kamen mir aber auch kritische Stimmen, insbesondere bei der ersten Einrichtung, zu Ohren. Bereits in der Vergangenheit hatte ich schon des öfteren Probleme mit Updates aus dem Hause GoPro und auch diesmal scheint nicht immer alles glatt zu laufen. Getreu dem Motto “Wenn es rennt, dann rennt es” ist es bei den Tools aus dem Hause GoPro häufig ein Geduldsspiel. So scheint es bei diversen App Konstellationen auf den iOS Geräten zu Problemen zu kommen. Das mobile Gerät kann sich in diesem Fall nicht mit der GoPro verbinden, obwohl die Verbindung mit dem GoPro WiFi Netz zunächst gelingt. Hier erwies sich die App “Onavo Extend” als Problem. Das Entfernen der App und ein Reset der Netzwerkeinstellungen konnte das Problem aber lösen.

Ein bewegter Eindruck

Abschließend gibt das folgende Video noch einen kurzen Eindruck aus der App und zeigt die Zeitverzögerung in der Livepreview.

25 Sep 2012

Photokina 2012

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Gestern konnte ich die letzte Chance nutzen und Michael auf die Photokina 2012 begleiten. Voller Vorfreude machten wir uns am Morgen auf, um den Tag komplett auf der Messe zu verbringen. Im Schlepptau hatten wir unsere Kameras, um auch vor Ort diverse Linsen und Möglichkeiten direkt ausprobieren zu können. Im Folgenden möchte die erlebten Messe-Highlights kurz zusammenfassen.

Die Gemischtwaren-Hallen und das Walimex 35 T1.5 VDSLR

Auch wenn ich den Ausstellern mit der gewählten Überschrift unrecht tue, am Ende erlebte ich die ersten Hallen der Messe als eine riesige Sammlung von Foto- und Videozubehör aus allen Bereichen. Es fanden sich darunter renommierte Namen wie Sunbounce, aber auch Hersteller aus Fernost boten hier ihre Waren an. Vom Blitz bis zum Rig fand sich hier fast alles. Auch Walimex hatte in dieser Halle ihren Stand und ich konnte die neue 35 mm VDSLR Linse testen. Im wahrsten Sinne des Wortes ein scharfes Teil, wie die folgenden Bilder bei offener Blende zeigen.
 

 

 

 

 

Diese Linse hat mich überzeugt und wird demnächst den Weg in das Linsenportfolio finden. Es wird dann einen eigenen Blogpost geben.

Sony, Samsung und Tamron

Am Sony Stand lag für mich der Fokus klar auf der neuen kleinen Sony NEX 6. Da ich selbst Besitzer der kleinen NEX 5N bin, war ich besonders daran interessiert mir die weitere Entwicklung der kleinen E-Mount Kamera anzusehen. Auffällig war der festverbaute OLED Viewfinder, den man bis dato lediglich an der NEX 7 finden konnte. Das Display selbst besitzt keine Touchfunktion mehr, dafür hat die NEX 6 nun ein ausgewachsenes Moduswahlrad erhalten. Diesen Schritt werden die Meisten sicherlich begrüßen, da die Wahl der Modi an der NEX 5 über das Touchmenü doch etwas umständlich war bzw. ist. Auf Nachfrage bestätigte man mir, dass der Sensor identisch zur NEX 5N sei. Ein Sprung in der Bildqualität ist also nicht merklich zu erwarten. Dafür konnte die neue Kitlinse mit ihren Abmaßen überzeugen. Durch einen elektronischen Zoom gelang es Sony die Abmaße massiv zu verkleinern und so passt die, insgesamt erwachsener wirkende, NEX 6 auch in eine Jackentasche.

Bei Samsung war die Samsung Galaxy Cam eine klare Consumer-Überraschung. Eine Mischung aus Android Smartphone und Digitaler Kamera mit 16 Mpixel Sensor könnte im Consumer Markt gut einschlagen. Aufgrund des Android System ist die Kamera mit Apps erweiterbar. Das große Display zeigte sich als sehr klar und scharf, aber auch anfällig für Reflexionen bei Sonnenlicht. Hier bleibt abzuwarten wie sich die Kamera in ersten Tests schlägt. Ein paar Eindrücke der Samsung Cam geben die folgenden Bilder. An dieser Stelle geht der Dank nochmals an Michael, der einige der Fotos gemacht hat.

 

 

 

 

 

Der Tamron Stand überraschte zunächst mit seinen Ausmaßen, denn was sich zunächst als kleiner Stand mit “Probeplattform” präsentierte, entpuppte sich als sehr großer Stand mit langer Linsentheke. Hier konnte man diverse Modelle auf seine eigene Kamera montieren und testen. Ich interessierte mich insbesondere für das Tamron 24-70 2.8 VC, über welches ich schon im Vorfeld viele positive Berichte lesen durfte. Der Fokus arbeitet nach einem ersten Eindruck schnell und präzise. Der Bildstabilisator kann besonders im Filmmodus punkten. Die folgenden Bilder entstanden mit dem Tamron 24-70 2.8 VC.

 

 

 

 

 

Canon und Panasonic

Der Canon Stand protzte mit großer Standfläche. Das Interesse lag bei der neuen EOS M, die “kleine 650d”, am Linsenpark, sowie bei der 6D. Die EOS M präsentiert sich dabei tatsächlich als kleine spiegellose Alternative für den Urlaub und/oder die Straße. Mit Hilfe des Adapters können auch sämtliche EF Linsen montiert werden; sicherlich ein positiver Aspekt. Die neue Vollformat Kamera von Canon – die 6D – liegt aber mindestens genauso gut in der Hand und kommt als leicht “abgespeckte” 5D Mark III daher. So fehlt der Kopfhörerausgang für Filmer, der Autofocus ist nicht mit dem aus der MK3 zu vergleichen und auch einen “Joystick” auf der Rückseite der Cam sucht man vergebens. Leider konnte ich keine Bilder mit der Kamera selbst machen. Es gelang mir jedoch das neue Pancake Objektiv 40 mm f2.8 auf meine Kamera zu schrauben und ein paar Bilder und bewegte Eindrücke einzufangen. Der erste Eindruck ist hier durchaus positiv, vor allem wenn man den Preis von ca. 240 Euro berücksichtigt. Leider besitzt diese Linse, wie auch das 50 mm f1.8, nur einen sehr kleinen Focusring und kann somit nicht mit einem Follow Focus bestückt werden. Desweiteren kamen wir noch in den Genuss der 85 mm L f1.2 Linse. Die folgenden Bilder sprechen für sich.

 

 

 

 

 

Am Panasonic Stand schaute ich mir die neue Panasonic GH3 an und hatte direkt die Gelegenheit die Kamera in die Hand zunehmen und ein paar Filmaufnahmen zu machen. Leider konnte ich meine eigene Karte nicht in der Kamera platzieren. Der erste Eindruck durch das Display ist sehr positiv. Das Touch-Display erreicht eine schöne Schärfe und stellt sich als sehr knackig dar. Die Kamera lief noch auf einer frühen Firmware und “es seien noch nicht alle Features implementiert”. So soll bis zur finalen Version auch ein Fokus Peaking umgesetzt werden. Auf die weiteren technischen Details möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, hier empfiehlt sich die Lektüre auf den einschlägigen Blogs im Internet.

Die Panasonic GH3 wirkte, trotz der frühen Firmware-Version, schon sehr ausgereift und stabil. Dank dem Touch-Display konnte man auch zügig durch die Menüs navigieren. Man darf gespannt sein wie die ersten Reviews ausfallen, wenn die Kamera pünktlich zum Weihnachtsgeschäft für rund 1200 Euro beim Händler steht.

Und sonst?…

Für Kamerabegeisterte bietet die Photokina umfassende Möglichkeiten sich auf allen Gebieten (Stills als auch Film) umfassend zu informieren. Alle Details lassen sich hier gar nicht ausreichend zusammenfassen. Neben unterschiedlichen Kran- und Dollysystemen konnte ich auch verschiedene elektronische Viewfinder testen und Philip Bloom über die Schulter schauen, als er ein Timelapse am A.F. Macrotec stand vorbereitete. Leider haben wir es nicht mehr zum Zeiss Stand geschafft, hier hätte sich die Möglichkeit geboten die Blackmagic Cinema Kamera zu testen. Aber es wird sich sicher in naher oder ferner Zukunft eine weitere Möglichkeit ergeben, dies zu tun. Abschließend findet ihr noch eine Gallery mit weiteren Eindrücken zur Photokina 2012. Das Video am Ende zeigt einige bewegte Bilder, die ich mit den zuvor erwähnten Linsen schießen konnte.

Gallery zur Photokina 2012

 Video zur Photokina 2012