26 Feb 2013

Gearbox DSLR Cage – Ein Review

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Schon seit geraumer Zeit bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit die Kamera auf eine leichte und praktische Art mobil transportieren zu können ohne dabei auf meinen Follow Focus (und wenn nötig auf ein Mikrofon und einen externen Monitor) verzichten zu müssen. Ich wagte erste Gehversuche indem ich mein Schulter-Rig leicht modifizierte, um es so als Handheld Rig nutzen zu können. Dies funktionierte schon recht gut (Handheld Test auf Vimeo), war aber auch mit einigen Nachteilen verbunden. So war die Balance nicht optimal und da ich den Blitzschuh der Kamera für den Monitor genutzt hatte, hätte ich das Mikrofon nicht mehr nutzen können. Möchte man die Kamera auch für Fotos einsetzen, so hätte man den Monitor erst demontieren müssen. All dies ist kein Weltuntergang, geht aber auch viel praktischer, dachte ich mir. Ich schaute mich also nach einem vermeintlich gutem und günstigem Käfig um, der meine Anforderungen erfüllt. Hier kommt der Gearbox DSLR Cage in’s Spiel. Er bietet die Möglichkeit unterschiedliches Zubehör zu montieren. Dabei soll er noch gut transportabel sein. Ich habe ihn mir genauer angeschaut und einen ersten Feldtest gemacht.

Der erste Eindruck

Der Gearbox DSLR Cage kommt nahezu “ready to use” bei seinem Besitzer an. Lediglich die 15 mm Rods müssen noch mit 4 Imbusschrauben montiert werden. Passendes Werkzeug liegt im Paket bei. Insgesamt erhält der Besteller folgende Einzelteile, wenn er den Käfig komplett demontiert.

  • Obere und untere Platte mit Bohrungen zur Zubehörmontage
  • 2 x Handgriffe aus Kunststoff
  • 2 x Adapter zur Erweiterung des Käfigs
  • 2 x 15 mm Rohre
  • Die Adapterplatte für die 15 mm Rohre

Gearbox DSLR Cage in Einzelteilen

Es fällt direkt auf, dass alle Teile aus sauber gearbeitetem Metall bestehen und einen sehr robusten Eindruck machen. Lediglich die beiden Handgriffe sind aus leicht angerautem Kunststoff. Mag dies auf den ersten Blick ein Schwachpunkt sein, merkt man bei der ersten Berührung direkt, dass die Griffe gut in der Hand liegen, sie nahezu schmeicheln. Im Vergleich zu meinem Hangrip Schulter Rig wirkt der Rod Adapter sogar noch eine Spur wertiger/massiver. Insgesamt fühlt sich der DSLR Cage sehr ausbalanciert an. Es gibt keinerlei Spiel bei den Verschraubungen und alles passt sehr gut zusammen.

 

Im Feldeinsatz

Der Gearbox DSLR Cage verfügt auf der Oberseite über 14 1/4 Zoll Gewindebohrungen und 9 Löcher ohne Gewinde. Hier lassen sich unterschiedlichste Kombinationen an Zubehör montieren und nutzen. Für meine Zwecke ist dies mehr als ausreichend. Wer mehr Zubehör genötigt, kann auch noch die Rods als Halter nutzen. Fraglich ist jedoch, ob man ab einem gewissen Punkt nicht wieder zuviel mit sich trägt. Ich selbst habe meinen Follow Focus, das Rode Video Mic sowie meinen kleinen LCD Screen für einen ersten Test montiert. Auch mit diesem montierten Zubehör lässt sich das Käfig noch gut in der Hand halten und so für “handheld-Aufnahmen” nutzen. Die obere Seite des Käfigs hat 2 Aussparungen, die es ermöglichen sollen das Wahlrad und Display der Kamera auch von oben einzusehen. Wie auf dem Bild in der Gallery weiter unten zu erkennen ist, sind die Aussparungen mit montiertem Zubehör verdeckt. Dies spielt aber keine Rolle, da auch so das Display und Wahlrad der Kamera sehr gut einzusehen sind. Toll ist auch, dass die Kamera nicht zu beengt im Käfig sitzt: Sowohl der Zugriff auf die Speicherkarten, als auch auf das Akkufach ist im montierten Zustand ohne weiteres möglich. Für mich ein wichtiges Kriterium, da sich im im Feldeinsatz so schnell der Akku und/oder die Speicherkarten wechseln lassen.

Obere Platte

Die Kamera wird im Käfig mittels eines großen roten Drehrads befestigt. Dies funktioniert erstaunlich gut. Für noch mehr Flexibilität sollte man hier aber eine Schnellwechselplatte montieren. Aufgrund der großzügigen Abmaße ist dies problemlos möglich. Das rote Drehrad lässt sich zusätzlich noch ein wenig in der Tiefe verstellen, so dass man beispielsweise auch mit kürzeren Festbrenntweiten den Follow Focus nutzen kann. Auf der Unterseite befinden sich zudem drei weitere 1/4 Zoll Bohrungen. Hier kann also eine Stativplatte ohne ähnliches montiert werden.

Bohrungen auf der Unterseite Befestigungsschraube für die Kamera

 

 

 

 

 

 

Das folgende Video zeigt einige bewegte Eindrücke des Käfigs. Weitere Bilder findet ihr am Ende des Artikels.

Fazit

DSLR Cage inkl. ZubehörFür einen Preis von etwa 110 Euro (inkl. Versand) bietet der Gearbox DSLR Cage ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und der Käfig funktioniert auch im Handheld Einsatz wunderbar. Trägt man die Kamera mit beiden Händen lassen sich auch mit Festbrennweiten wie der 50 mm 1.8, die keinen IS besitzen, Bilder erzeugen, die beim Betrachten nicht direkt Kopfschmerzen verursachen. Die Montagemöglichkeiten für Zubehör sind in meinen Augen mehr als ausreichend. Bestellt habe ich den Käfig bei PhotographyandCinema.com. Insgesamt kann ich also eine klare Empfehlung aussprechen.

Gallery

23 Jan 2013

GoPro HERO3 Black Edition – Der erste und zweite Eindruck

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Als GoPro mitte Oktober 2012 die neue Hero3 vorstellte fiel bei mir bereits der Groschen. Ich hatte zwar in den vergangenen zwölf Monaten die Hero2 HD soweit aufgerüstet, dass viele Features der neuen Hero3 vorhanden waren (Dive Case, Wifi BacPac), aber die verbesserte Bildqualität und die Möglichkeit von 50 bzw. 60 Frames bei Full HD ließen sich nicht so einfach nachrüsten. Für ein Upgrade kam natürlich nur die Hero3 in der Black Edition in Frage. Mitte Dezember war es dann soweit und die Hero3 Black Edition sollte die Ge-Filmt Kamerafamilie erweitern.

GoPro Hero 3 Black Edition

 

Die neue Hero3 kommt bereits ab Werk in einem Gehäuse, das auch unter Wasser scharfe Bilder liefert. Eine WiFi Funktion inkl. Remote ist ebenfalls vorhanden. Die restlichen Produktmerkmale lasse ich an dieser Stelle einmal außen vor. Diese lassen sich auch auf der offiziellen Homepage nachlesen.

 

Erste Schritte

In typischer GoPro Manier muss man auch die Hero3 zunächst einem Update unterziehen, bevor man in den Genuss aller versprochenen Features kommen kann. Laut GoPro sollen aber alle aktuell ausgelieferten Hero3 Black Editions über dieses Update verfügen. Da die GoPro Cineform Software die Hero3 noch nicht erkennt, ist man zu einem Update mittels Java Applet im Browser gezwungen. Hier lassen sich dann auch gleich der Name und das Kennwort für das von der Hero3 erstellte Wifi-Netz festlegen. Im Anschluss kann man die Hero3 problemlos mittels der Remote oder der iOS/Android App steuern. Letzteres hat insbesondere den Vorteil, dass man einen direkten Zugriff auf alle Optionen erhält. Und hier sind gegenüber der Hero2 einige Neuerungen vorhanden. So lassen sich neben den zahlreichen Auflösungen und Framerate-Einstellungen auch der neue Burst-Rate Modus oder der “Continuous Shot” Modus einstellen.

Die neuen Auflösungen der Hero 3 Black EditionEinstellungsmenü für die neue Hero3 Black Edition
Der Wechsel funktioniert reibungslos und auch sonst konnte ich während der ersten kürzeren Einsätze keine schwerwiegenden Probleme feststellen. Auf einem Kurzausflug nach Köln kam die GoPro dann zum ersten Einsatz und der 2.7K Modus konnte zeigen was er kann. Auch im Bereich LowLight hat sich das Bild merklich gebessert.

Das erste kurze Video

Bei der Sichtung der Aufnahmen fiel dann auch direkt auf, dass bei einsetzender Dämmerung der ProTune Modus nicht mehr zu gebrauchen ist. In den dunklen Bildanteilen (Shadows) kommt es vermehrt zum Rauschen. Dieser Eindruck sollte ich bei weiteren Testaufnahmen bewahrheiten und es kehrte ein erste Ernüchterung ein.

Die zweiten Schritte – “a cinematic effort”

Dieser Ernüchterung verflog allerdings sehr schnell, als mir der folgende Artikel von Abe Kislevitz unter die Nase kam. Abe Kislevitz, mitverantwortlich bei der Entstehung des Hero3 Launch Videos, fasst mit seinem Artikel “Understanding your new GoPro” alle Bildmodi der Hero3 Black Edition zusammen. Er erklärt kurz wie das Bild vom Sensor gelesen wird und welche Schlussfolgerungen man für das bestmögliche Bild ziehen kann. Ich empfehlen jedem GoPro Hero3 Black Edition Besitzer diesen Artikel zu lesen. Mit dem Wissen aus diesem Artikel zog ich ein weiteres Mal los. Ich wollte wissen, wie gut sich die Hero3 Aufnahmen in einer Farbkorrektur behaupten und wie “cineastisch” das Bild wirken kann. Hierzu montierte ich die GoPro auf meinem kleinen Indieslider und schoss einige Aufnahmen auf einem ehemaligen Zechengelände. Der Artikel von Abe Kislevitz beschreibt insbesondere den 1080p60 Modus mit der Blickwinkeleinstellung “Medium” als einen der Besten. Mit exakt diesem Modus wollte ich also einige Aufnahmen machen. Da die Aufnahmen am Tag enstanden entschied ich mich ProTune zu nutzen (auch um so die höhere Bitrate zu erhalten). Der Weißabgleich, der sich mit in der Hero3 ebenfalls einstellen lässt, setze ich auf “Camera raw” fest. Das folgende Bild zeigt zunächst drei Screenshots aus dem vorhanden Bildmaterial. Es ist bereits Farbkorrigiert und leicht geschärft.

GoPro Hero 3 - cinematic effort

 

 

 

 

 

Hier und da hatte die Cam noch Probleme mit der tiefstehenden Sonne, als ich das Material aber betrachtete war ich begeistert. Es wirkt tatsächlich nicht mehr so
“GoPro-ie” und ich könnte mir vorstellen, dass man dieses Material auch sehr gut mit DSLR Aufnahmen mixen könnte. Der folgende Clip zeigt die bewegten Bilder. Hier sind auch 2 Timelapse-Reihen eingebaut. Dank der neuen 12 MPixel Fotos hat man hier genügend Spielraum um eine Bewegung in der Post zu erzeugen.

Fazit

Die Anschaffung der Hero3 ist insofern lohnenswert, wenn man durch die neuen Auflösungen und Frameraten einen Vorteil erzielt. Dies erfordert natürlich meist eine gewisse  Nachbearbeitung. Man wird aber mit tollen Bildern, die sich auch zu super Zeitlupen verarbeiten lassen, belohnt. Doch wo viel Licht ist, findet sich auch Schatten. Der neue Akku der Hero3 hat eine geringere Kapazität als der, der Hero2. Was sich die GoPro Ingenieure dabei gedacht haben ist mir schleierhaft. Es ist zu vermuten, dass man weitere Akkus oder das Battery BacPac  verkaufen möchte. Mit aktivem WiFi und einer AufLösung von 2.7K hält meine GoPro keine 60 Minuten am Stück mehr durch. Dies ist besonders in feuchten Umgebungen (zum Beispiel beim Tauchen) ein Problem, denn hier kann man häufig nur erschwert einen Akkuwechsel vornehmen. Dennoch ist die Hero3 Black Edition eine der besten Action Cams und die neuen Auflösungen machen verdammt viel Spaß.

Ich hoffe, dass ich im Frühjahr weitere Actionshots aufnehmen kann. Dann kann die Hero3 Black Edition bei besserem Wetter, so hoffe ich, ihre Trümpfe noch besser ausspielen.

20 Oct 2012

GoPro WiFi App – Ein Erfahrungsbericht

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Nachdem ich bereits im Juni einen ersten Erfahrungsbericht zum GoPro WiFi BacPac verfasst habe, folgt nun ein erster Eindruck der WiFi App. Diese wurde in der letzten Woche veröffentlicht und kommt mit der Neuankündigung zur GoPro Hero 3, die standardmäßig über integriertes WiFi verfügt.

Die App wurde zunächst mit dem WiFi BacPac angekündigt, hat sich im Laufe der Zeit aber immer wieder verschoben. Nun ist die App kostenfrei im App Store zu haben. Meine Erfahrungen beruhen auf der iOS Version für iPad und iPhone.

Die ersten Schritte

Bevor man die ersten Schritte mit der App gehen kann, steht ein Update aller Komponenten (GoPro, WiFi BacPac und WiFi Remote) ins Haus. Mit Hilfe des neuen GoPro Cineform Studios lassen sich die Updates problemlos herunterladen und auf die Cam spielen. Dieser bringt den bereits im April dieses Jahres angekündigten GoPro ProTune Modus für die HD Hero 2. Hiermit ist es nun möglich im 24 fps Modus bei 35 Mbit/s zu filmen. Dabei sorgt ein neutrales Farbprofil und eine Log-Kurve im Technicolor CineStyle für ein “flacheres” Bild, welches sich besser mit Material anderer Kameras (zum Beispiel von DSLRs) im Schnitt mischen lässt. Die erhöhte Bitrate soll zudem für weniger Artefaktbildung sorgen. Ich selbst hatte bisher noch keine Gelegenheit die GoPro in entsprechenden Situationen zu testen. Ein erster Eindruck vermittelt aber ein durchaus “flacheres” Bild, dass subjektiv etwas knackiger wirkt.

Ist das Update vollzogen, kann sowohl ein Name als auch ein Kennwort für das WiFi Netz der GoPro vergeben werden. Mit diesem Netz kann das entsprechende iOS Gerät verbunden werden und die App verbindet sich mit der Kamera.

 

Die ersten Gehversuche

Hat man die App und Cam verbunden wird man von einem kleinen Startbildschirm begrüßt. Neben einer ersten kleinen Livepreview hat man hier die Möglichkeit direkt eine Aufnahme zu starten und Einstellungen an der Cam vorzunehmen. Darüber hinaus wird der aktuelle Akkustatus angezeigt. Das erste kleinere Manko wird an dieser Stelle auch direkt ersichtlich: Die Vorschau ist in etwa 3-4 Sekunden zeitverzögert. Somit hat man nun die einmalige Möglichkeit sich selbst zu filmen und das Bild im Anschluss zu kontrollieren. Für die richtige Ausrichtung der Kamera hingegen ist dies eine tolle Sache, da man das Handy in der Regel meist zur Hand hat und so den Bildausschnitt kontrollieren kann. Startet man die Aufnahme bleibt die Preview weiter aktiv. An der Zeitverzögerung ändert sich auch nichts. Lediglich im bereits erwähnten ProTune Modus steht die Livepreview nicht während einer laufenden Aufnahme zur Verfügung.

 

In den Einstellungen der App kann man nun sehr komfortabel zwischen den einzelnen Modi wechseln. Dies passiert auch ohne Zeitverzögerung und kann als “instant” bezeichnet werden. Eine “Locate Camera” Funktion lässt die angewählte GoPro einen Piep-Ton von sich geben. Ich vermute dieses Feature ist in Zukunft hilfreich, wenn es auch möglich sein soll mit der App mehrere GoPros zu steuern. Neben dem Modiwechsel lassen sich aber auch alle weiteren Einstellungen der Kamera komfortabel ändern und steuern. Dies ist ein echter Zugewinn, da ich besonders das Ändern der Einstellungen direkt an der Kamera als etwas “umständlich” empfinde. Mit Hilfe der App liegt jede Einstellung nur einen Fingerklick entfernt. Die folgenden Bilder zeigen die möglichen Einstellungen. Hier lässt sich auch direkt der verbleibende und bereits genutzt Speicherplatz ablesen.

 

 

 

 

 

Was bringt die App an Mehrwert?

Mit der aktuellen Version bringt die App bereits erste tolle Features mit sich. Trotz der Zeitverzögerung empfinde ich die Livepreview als echten Zugewinn. Hat man die Cam zum Beispiel außen am Auto befestigt, kann man auch im Innenraum das Bild kontrollieren und überwachen; selbstverständlich nur als Beifahrer. Auch für die korrekte Ausrichtung der Cam ist die leichte Zeitverzögerung nicht entscheidend. Dies funktioniert bereits heute sehr gut. Desweiteren gefällt mir der Modiwechsel und die einfachere Einstellung der Kamera.

Aus dem Bekanntenkreis kamen mir aber auch kritische Stimmen, insbesondere bei der ersten Einrichtung, zu Ohren. Bereits in der Vergangenheit hatte ich schon des öfteren Probleme mit Updates aus dem Hause GoPro und auch diesmal scheint nicht immer alles glatt zu laufen. Getreu dem Motto “Wenn es rennt, dann rennt es” ist es bei den Tools aus dem Hause GoPro häufig ein Geduldsspiel. So scheint es bei diversen App Konstellationen auf den iOS Geräten zu Problemen zu kommen. Das mobile Gerät kann sich in diesem Fall nicht mit der GoPro verbinden, obwohl die Verbindung mit dem GoPro WiFi Netz zunächst gelingt. Hier erwies sich die App “Onavo Extend” als Problem. Das Entfernen der App und ein Reset der Netzwerkeinstellungen konnte das Problem aber lösen.

Ein bewegter Eindruck

Abschließend gibt das folgende Video noch einen kurzen Eindruck aus der App und zeigt die Zeitverzögerung in der Livepreview.

25 Sep 2012

Photokina 2012

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Gestern konnte ich die letzte Chance nutzen und Michael auf die Photokina 2012 begleiten. Voller Vorfreude machten wir uns am Morgen auf, um den Tag komplett auf der Messe zu verbringen. Im Schlepptau hatten wir unsere Kameras, um auch vor Ort diverse Linsen und Möglichkeiten direkt ausprobieren zu können. Im Folgenden möchte die erlebten Messe-Highlights kurz zusammenfassen.

Die Gemischtwaren-Hallen und das Walimex 35 T1.5 VDSLR

Auch wenn ich den Ausstellern mit der gewählten Überschrift unrecht tue, am Ende erlebte ich die ersten Hallen der Messe als eine riesige Sammlung von Foto- und Videozubehör aus allen Bereichen. Es fanden sich darunter renommierte Namen wie Sunbounce, aber auch Hersteller aus Fernost boten hier ihre Waren an. Vom Blitz bis zum Rig fand sich hier fast alles. Auch Walimex hatte in dieser Halle ihren Stand und ich konnte die neue 35 mm VDSLR Linse testen. Im wahrsten Sinne des Wortes ein scharfes Teil, wie die folgenden Bilder bei offener Blende zeigen.
 

 

 

 

 

Diese Linse hat mich überzeugt und wird demnächst den Weg in das Linsenportfolio finden. Es wird dann einen eigenen Blogpost geben.

Sony, Samsung und Tamron

Am Sony Stand lag für mich der Fokus klar auf der neuen kleinen Sony NEX 6. Da ich selbst Besitzer der kleinen NEX 5N bin, war ich besonders daran interessiert mir die weitere Entwicklung der kleinen E-Mount Kamera anzusehen. Auffällig war der festverbaute OLED Viewfinder, den man bis dato lediglich an der NEX 7 finden konnte. Das Display selbst besitzt keine Touchfunktion mehr, dafür hat die NEX 6 nun ein ausgewachsenes Moduswahlrad erhalten. Diesen Schritt werden die Meisten sicherlich begrüßen, da die Wahl der Modi an der NEX 5 über das Touchmenü doch etwas umständlich war bzw. ist. Auf Nachfrage bestätigte man mir, dass der Sensor identisch zur NEX 5N sei. Ein Sprung in der Bildqualität ist also nicht merklich zu erwarten. Dafür konnte die neue Kitlinse mit ihren Abmaßen überzeugen. Durch einen elektronischen Zoom gelang es Sony die Abmaße massiv zu verkleinern und so passt die, insgesamt erwachsener wirkende, NEX 6 auch in eine Jackentasche.

Bei Samsung war die Samsung Galaxy Cam eine klare Consumer-Überraschung. Eine Mischung aus Android Smartphone und Digitaler Kamera mit 16 Mpixel Sensor könnte im Consumer Markt gut einschlagen. Aufgrund des Android System ist die Kamera mit Apps erweiterbar. Das große Display zeigte sich als sehr klar und scharf, aber auch anfällig für Reflexionen bei Sonnenlicht. Hier bleibt abzuwarten wie sich die Kamera in ersten Tests schlägt. Ein paar Eindrücke der Samsung Cam geben die folgenden Bilder. An dieser Stelle geht der Dank nochmals an Michael, der einige der Fotos gemacht hat.

 

 

 

 

 

Der Tamron Stand überraschte zunächst mit seinen Ausmaßen, denn was sich zunächst als kleiner Stand mit “Probeplattform” präsentierte, entpuppte sich als sehr großer Stand mit langer Linsentheke. Hier konnte man diverse Modelle auf seine eigene Kamera montieren und testen. Ich interessierte mich insbesondere für das Tamron 24-70 2.8 VC, über welches ich schon im Vorfeld viele positive Berichte lesen durfte. Der Fokus arbeitet nach einem ersten Eindruck schnell und präzise. Der Bildstabilisator kann besonders im Filmmodus punkten. Die folgenden Bilder entstanden mit dem Tamron 24-70 2.8 VC.

 

 

 

 

 

Canon und Panasonic

Der Canon Stand protzte mit großer Standfläche. Das Interesse lag bei der neuen EOS M, die “kleine 650d”, am Linsenpark, sowie bei der 6D. Die EOS M präsentiert sich dabei tatsächlich als kleine spiegellose Alternative für den Urlaub und/oder die Straße. Mit Hilfe des Adapters können auch sämtliche EF Linsen montiert werden; sicherlich ein positiver Aspekt. Die neue Vollformat Kamera von Canon – die 6D – liegt aber mindestens genauso gut in der Hand und kommt als leicht “abgespeckte” 5D Mark III daher. So fehlt der Kopfhörerausgang für Filmer, der Autofocus ist nicht mit dem aus der MK3 zu vergleichen und auch einen “Joystick” auf der Rückseite der Cam sucht man vergebens. Leider konnte ich keine Bilder mit der Kamera selbst machen. Es gelang mir jedoch das neue Pancake Objektiv 40 mm f2.8 auf meine Kamera zu schrauben und ein paar Bilder und bewegte Eindrücke einzufangen. Der erste Eindruck ist hier durchaus positiv, vor allem wenn man den Preis von ca. 240 Euro berücksichtigt. Leider besitzt diese Linse, wie auch das 50 mm f1.8, nur einen sehr kleinen Focusring und kann somit nicht mit einem Follow Focus bestückt werden. Desweiteren kamen wir noch in den Genuss der 85 mm L f1.2 Linse. Die folgenden Bilder sprechen für sich.

 

 

 

 

 

Am Panasonic Stand schaute ich mir die neue Panasonic GH3 an und hatte direkt die Gelegenheit die Kamera in die Hand zunehmen und ein paar Filmaufnahmen zu machen. Leider konnte ich meine eigene Karte nicht in der Kamera platzieren. Der erste Eindruck durch das Display ist sehr positiv. Das Touch-Display erreicht eine schöne Schärfe und stellt sich als sehr knackig dar. Die Kamera lief noch auf einer frühen Firmware und “es seien noch nicht alle Features implementiert”. So soll bis zur finalen Version auch ein Fokus Peaking umgesetzt werden. Auf die weiteren technischen Details möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, hier empfiehlt sich die Lektüre auf den einschlägigen Blogs im Internet.

Die Panasonic GH3 wirkte, trotz der frühen Firmware-Version, schon sehr ausgereift und stabil. Dank dem Touch-Display konnte man auch zügig durch die Menüs navigieren. Man darf gespannt sein wie die ersten Reviews ausfallen, wenn die Kamera pünktlich zum Weihnachtsgeschäft für rund 1200 Euro beim Händler steht.

Und sonst?…

Für Kamerabegeisterte bietet die Photokina umfassende Möglichkeiten sich auf allen Gebieten (Stills als auch Film) umfassend zu informieren. Alle Details lassen sich hier gar nicht ausreichend zusammenfassen. Neben unterschiedlichen Kran- und Dollysystemen konnte ich auch verschiedene elektronische Viewfinder testen und Philip Bloom über die Schulter schauen, als er ein Timelapse am A.F. Macrotec stand vorbereitete. Leider haben wir es nicht mehr zum Zeiss Stand geschafft, hier hätte sich die Möglichkeit geboten die Blackmagic Cinema Kamera zu testen. Aber es wird sich sicher in naher oder ferner Zukunft eine weitere Möglichkeit ergeben, dies zu tun. Abschließend findet ihr noch eine Gallery mit weiteren Eindrücken zur Photokina 2012. Das Video am Ende zeigt einige bewegte Bilder, die ich mit den zuvor erwähnten Linsen schießen konnte.

Gallery zur Photokina 2012

 Video zur Photokina 2012

18 Sep 2012

Neues (altes) Arbeitswerkzeug – Ge-filmt wird ab jetzt im Vollformat

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Der aufmerksame Leser wird es unter Umständen schon im Facebook oder anhand der Bilder aus dem letzten Post erfahren haben. Vor einiger Zeit wagte ich den Sprung auf das Vollformat. Dabei stand die Entscheidung lange zur Diskussion und es gab ein innerliches Für und Wider. Der aktuelle Kameramarkt bietet unzählige Möglichkeiten und für Jeden scheint etwas dabei zu sein. Auch ich hatte mehrere Alternativen zur kleinen 550D in Aussicht.

Der Groschen fiel dann während der letzten Projekte. Ich stellte immer häufiger fest wie gern ich die hybride Lösung aus DSLR für Stills und Video nutze. Es geht hier zwar vorrangig um die bewegten Bilder, doch auch die Fotografie bereitet mir große Freude. Als Canon die 5D Mark III vorstellte ging ein Raunen durch die bekannten Filmseiten und Blogs; es gäbe wenig Weiterentwicklung, das Bild sei viel zu weich etc. Dabei waren für mich die Punkte Auflösung und Schärfe nie das, was von meinen Kunden kritisiert wurde. Ähnliche Erfahrungen findet man unter anderem im Review von Stillmotion, die die 5D Mark III tatsächlich für CBS, also als mobile kleine Broadcast Lösung, einsetzen.

…but in practical use when playing back the footage cut right in with Alexa, side by side on a 50″ LCD, nobody commented on a lack of sharpness…

Mir ging es mehr um erweiterte Möglichkeiten im sogenannten “low light” und den typischen Vollformatlook, der sich nur schwer “nachahmen”  lässt. Es finden sich mittlerweile unzählige Reviews und Berichte im Netz, so dass ich mir weitere Worte zur Technik spare.

Und Magic Lantern?

Mit der kleinen 550D, die im übrigen weiter eingesetzt wird, war ich ein Magic Lantern Benutzer der ersten Stunde. Einige der genutzten Features bietet die 5D Mark III bereits von Haus: z.B. Audiolevels und ein Histogramm. Das Focus Peaking vermisse ich dank des Vollformat Sensors bisher weniger, allerdings ließe sich seit gut einer Woche auch dieser Umstand lösen. Denn die erste Alpha Version von Magic Lantern für die 5D Mark III steht zum Download bereit.

Zum Abschluss noch eine kleine Gallery des Arbeitswerkzeuges.

 

 

01 Jun 2012

Macbook Pro early 2011 – Umbau auf zwei SSD Festplatten

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Schon vor dem Release der Adobe CS6 Production Suite fiel die Entscheidung zugunsten einer zweiten Platte in meinem Macbook. Die Vorteile der SSD konnte ich schon seit Tag 1 mit der kleinen 128 gb Systemplatte genießen und so entschied ich mich bei der zweiten Festplatte auch zur SSD Technik zu greifen. Der zusätzliche Speicherplatz sollte dafür sorgen, dass ich auch unterwegs kleine bis mittlere Projekte direkt vom Book bearbeiten kann. Die schnellen Leseraten der Platte sollten zudem in Premiere einen weiteren Vorteil bringen. Als dann am 22. Mai die Samsung 830 SSD mit 256 GB im Angebot war, schlug ich zu. Der Adapter für den Umbau kam in diesem Fall von hardwrk.com. Die vielen positiven User-Berichte im Netz und eine schnelle Lieferung aus Deutschland waren hier ausschlaggebend.

Die Vorbereitung

Das Hardwrk-Kit wird inkl. aller benötigten Werkzeuge geliefert und beinhaltet neben dem eigentlichen Festplatten-Adapter auch ein Gehäuse für das auszubauende DVD Laufwerk. Eine bebilderte Umbauanleitung ist ebenfalls vorhanden. Auch wenn sich die Bilder noch auf ein älteres Macbook-Modell beziehen, kann man mit dieser Anleitung in wenigen Schritten den Umbau meistern. Mein ursprünglicher Plan war es, die neu erworbene Samsung SSD an der Stelle zu verbauen, wo bis zu diesem Zeitpunkt noch das DVD Laufwerk saß. Da ich bereits über eine SSD verfügte, wollte ich die neue Platte zur (schnellen) Speichererweiterung nutzen. Dass dieser Plan unter Umständen keine gute Idee ist, konnte ich zunächst nicht ahnen. Doch dazu gleich mehr.

Die Abbildung links zeigt die wesentlichen Bestandteile des Umbaus: Macbook, neue SSD Platte und den hardwrk-Adapter. Es sollte selbstverständlich sein, dass man vor diesem Eingriff ein Back-up der (wichtigsten) Daten macht. Es kann immer etwas unerwartet verlaufen und die eigenen Dateien gilt es stets zu retten. Sollte man dies bisher vernachlässigt haben, ist bei so einem Umbau die Zeit für ein Back-up. Idealerweise kann man dies mit Time Machine super erledigen.

Sind die Daten gesichert, sucht man sich am besten einen gut beleuchteten Ort an dem man bequem arbeiten kann.

 

 

Die Umbauerfahrung

Ich möchte an dieser Stelle keine zweite Einbauanleitung schreiben, sondern meine Erfahrungen, die ich bei dem Umbau sammeln konnte, darlegen. Da ich zuvor schon 2x den Arbeitsspeicher meines Macbooks erweitert hatte, war mir das Abnehmen des Unterteils bereits vertraut. Hat man die Schrauben am Rand entfernt sieht man bereits das DVD Laufwerk, sowie die Werksfestplatte. Das DVD Laufwerk lässt sich mit Hilfe der Anleitung von hardwrk gut ausbauen. Man sollte jedoch darauf hinweisen, dass eine der Schrauben schlecht zu erreichen ist, da ein recht steifes Kabel den Zugang verdeckt. Das Entfernen des Kabels gestaltete sich als schwierig, da sich an meinem Macbook der Stecker nur schwer lösen ließ. Das Entfernen der Schraube ist jedoch auch mit Kabel möglich. Hat man die Schrauben gelöst, kann man das DVD Laufwerk aus dem Gehäuse entnehmen. Doch Vorsicht: Im linken Bereich verkantet es schnell! Hier sollte man  behutsam vorgehen.

Der hardwrk Adapter gleicht dem DVD Laufwerk in seinen Abmessungen und passt somit perfekt in den freien Bauraum. Die neue SSD wird einfach eingesteckt und mit einer Klemmschiene gesichert. Da der Adapter “kopfüber” im Macbook verbaut wird besteht keine Gefahr, dass sich die Platte im Macbook bewegt. Im Anschluss gilt es noch das ausgebaute DVD Laufwerk in das beiliegende Gehäuse “zu bauen”. Dabei beschränkt sich das “Bauen” mehr auf ein Stecken. Im schicken Apple Look passt das Gehäuse, trotz des Kunststoffmaterials, super zum Macbook. Drei Handgriffe später sitzt es fest im externen Gehäuse und lässt sich per USB ohne weiteres betreiben. Wer sich zunächst wundert, dass trotz angeschlossenem Laufwerk im Finder nichts passiert, dem sei gesagt: Erst mit eingelegter Disk wird das Laufwerk gemounted. Das war beim internen Betrieb ja auch schon so.

Der erste Neustart verlief ebenfalls wie gewünscht. Die neue Platte im Festplattendienstprogramm noch fix formatiert und schon waren weitere 256 GB SSD Platte verfügbar. Doch die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten. Tests und Benchmarks im Internet bewiesen: Die Samsung 830 schafft ohne weiteres ca. 400 Mb/s im Schreib-, sowie ca. 450 Mb/s im Lesemodus. Der von mir durchgeführte Test zeigte jedoch “nur” Werte im Bereich von 200 bzw. 250 Mb/s an. Im Vergleich zu einer konventionellen Festplatte zwar sehr gut, aber nun enttäuschend. Der Grund hierfür war mit Hilfe einer kurzen Onlinerecherche schnell gefunden: Aktuelle SSDs liefern ihre Geschwindigkeit nur an einem SATA 3 Controller ab. Mein Macbook early 2011 verfügt über einen solchen Controller; allerdings nur einen und an Diesem hängt die Werksfestplatte. Das DVD Laufwerk hingegen ist lediglich via SATA 2 angebunden (was im Grunde ja auch ausreichend ist). Da ich die volle Performance der Samsung Platte nutzen wollte, entschied ich mich also dazu die Prozedur ein zweites mal zu durchlaufen. Werksfestplatte gegen leere Samsung Platte getauscht! Und dann?

Die Migration

Bevor man sich zu diesem Schritt entschließt, sollte man der obigen Empfehlung nachkommen und unbedingt ein Backup des Systems machen. Ich erstellte also ein vollständiges Backup mit Hilfe von Time Machine, inkl. aller Programme etc. Wichtige eigene Dateien sicherte ich nochmals manuell auf eine anderen Platte, denn so ganz wollte ich den Automatismen von Apple nicht vertrauen. Dann benötigt man noch den Lion Migrationsassistenten,  den man direkt bei Apple herunterladen kann. Er erstellt, zum Beispiel auf einem USB Stick, ein sog. Recovery Laufwerk. Von diesem Laufwerk lässt sich der Mac dann bei gedrückter Alt-Taste starten. Man erhält im Folgeschritt die Möglichkeit der “Migration aus einem Time Machine Backup”. Bei mir hat diese Prozedur ca. 75 Minuten gedauert. Im Anschluss startete der Mac neu: Alle Programme, Einstellungen etc. waren übertragen und das System vollständig migriert. Chapeau Apple!

 

Die Samsung 830 macht am SATA 3 Controller ordentlich Dampf und auch das migrierte OS läuft einwandfrei und problemlos. Zusammenfassend kann ich den Umbau Jedem ans Herz legen, der, wie ich, das DVD Laufwerk so gut wie nicht mehr nutzt und gerne zusätzlichen Speicher in seinem Macbook hätte. Auch die Migration (wenn man Lion User ist) auf eine neue Platte verläuft problemlos. Die nachfolgende Gallery zeigt einen detaillierten Verlauf des Umbaus.

Der Umbau in Bildern